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Echte Gemeinschaft nährt..

Am letzten Wochenende begleiteten Ina Welpmann und ich eine offene Gruppe in Leipzig.  Dort versuchen Menschen, etwas neues in die Welt zu bringen: https://empowerment.community/. Sie fragten uns ob wir unterstützen könnten. Ja – sehr gern – wir kommen vorbei! Der Prozess am letzten Wochenende war sehr berührend und wirkt in mir nach.

Gemeinsam das Netz halten

Gemeinschaft im KreisEin Bild hat sich mir eingeprägt: eine Gruppe von Menschen im Kreis. Jede*r hält mit seinen Händen ein Netz, einem Fischernetz gleich. Das Netz ist unsichtbar aber einige können es spüren oder erahnen. Spricht ein Kreismitglied in die Runde hinein, legt er*sie seinen Beitrag und damit auch sich in die Mitte. Nun ist der Beginn des Gemeinschaftsbildungsprozesses oft ein Austesten des gemeinsam gehaltenen Netzes: trägt es, hält es mich? Vorsichtig wagen sich die Menschen nach und nach mit schwereren, tieferen  Beiträgen in die Mitte. Manchmal ist die Gruppe noch nicht präsent genug, einige Teilnehmer*innen haben das Netz vielleicht lose oder los gelassen – dann fällt ein*e Mutige*r. Das ist oft schmerzhaft. Und es kann auch diese Verletzung, dieser Fall, wieder neu berühren.  Über die Dauer des Community Building Prozesses steigt die Präsens in der Gruppe, oft in Wellenform, und es gibt Momente, wo das Netz gut gehalten, gut gespannt ist. Es ist die Kraft der Teilnehmer*innen selbst, die das Netz stabil macht. Und mit jeder Selbstoffenbarung kann das Vertrauen in die Gruppe wachsen. Dann können intensive Berührungen geteilt werden: sehr schwere Verletzungen und Wunden, die hoch kommen; ehrliches Eigen- und Fremderleben; spontane Einsichten über sich selbst, Gott und die Welt. Dass größte Gefühle,  schwerste Beiträge, heftigste Schicksale ausgedrückt und gehalten werden können, erzeugt große Entlastung und weiten Frieden. Das sind ganz feine, sensible, wunderschöne Momente.

Und dann – mal langsam, mal schnell – geht es weiter. Vielleicht war es für einige Teilnehmer*innen zu viel und sie lockern das Netz. Oder die Gruppe ermüdet nach so viel Seelenberührung und geht in wieder in Annäherungs- oder Chaosphase. Ina stellte mir nach dem Prozess eine Frage, die ich richtig kitzelig spannend finde:

Was ist eigentlich das Anstrengende an einem langen Gemeinschaftsbildungsprozesstag? Ist es das tiefe Zeigen, das hohe Risiko, dass ich in einem Prozess eingehe? Oder ist es das lange Halten, bevor ich mich eben traue, ins Unbekannte zu springen?

Echte Gemeinschaft nährt…

Zurück aus Leipzig fand ich durch Anregung einer Teilnehmerin einen Beitrag aus der Oya zu Community Building, den ich gern teilen möchte: https://lesen.oya-online.de/texte/3432-echte-gemeinschaft-naehrt.html 

Sehr lesenswerte finde ich! Und schließen möchte ich mit der Vision von Scott Peck:

“There is a yearning in the heart for peace. Because of the wounds and rejections we have received in past relationships, we are frightened by the risks. In our fear, we discount the dream of authentic Community as merely visionary. But there are rules by which people can come back together, by which the old wounds can be healed. The purpose of Community Building is to teach these rules — to make hope real again — and to make the vision actually manifest in a world which has almost forgotten the glory of what it means to be human.”
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Neuer Erfahrungsbericht aus “Kommunizieren in Gemeinschaft”

Steffi, Teilnehmerin des Gemeinschaftsbildungsseminars in Bad Belzig Anfang diesen Monats, hat uns freundlicherweise erlaubt, ihren Erfahrungsbericht abzudrucken. Vielen Dank!

Meine Erfahrungen und Empfindungen nun hier mit euch zu teilen, hat mich eine ähnliche Unsicherheit fühlen lassen, wie die gesamte Erlebnisreise an sich. Wieso ich mich nun doch dafür entschieden habe, möchte ich euch gern berichten.
Zu Beginn- bereits vor der Reise, fühlte ich einen inneren Widerstand. Meine Gedanken darüber, was mich erwarten könnte, ließen mich unruhig werden. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, mich herausfordern zu wollen und mich nicht von meinen Zweifeln bestimmen und begrenzen wollen zu lassen. Ich ging in die gedankliche Vorstellung, wie es wäre, diese Möglichkeit nicht wahrzunehmen und abzusagen, und fühlte dabei mehr Traurigkeit als Erleichterung. Die Überwindung der inneren Widerstände vor der Reise empfand ich als tief bewegend und zu wissen, dass man jederzeit frei ist und gehen kann, ermutigte mich, den ersten Schritt zu machen. Ich fühlte etwas Neugier, wie es wohl werden könnte und wollte zuversichtlich und in Vertrauen sein. Dennoch blieb ich zu Beginn in Anspannung und nach dem Ankommen in Bad Belzig, fiel es mir schwer, mich für das Erlebnis und den anderen Teilnehmern gegenüber zu öffnen – obwohl sie mir sympathisch waren.
Der zweite Tag war für mich ein schwerer und hoffnungsvoller Tag zugleich, da ich im Verlauf für mich etwas erfahren konnte.
Ich hatte im Vorfeld geglaubt, dass es gut und sicherer ist, möglichst nicht viel von mir zu zeigen. Dann machte ich jedoch die Erfahrung, dass durch die Offenheit anderer Gruppenmitglieder mein Inneres angesprochen wurde und ich über das Mitfühlen, meine Widerstände aufgeben durfte und konnte. Ich war tief berührt. Vor allem auch durch die Erkenntnis, dass ich nicht allein war mit der Unsicherheit, mich zu zeigen- und die Angst vor Ablehnung bewusst wahrzunehmen. Am letzten Tag war ich ganz ruhig in mir, still und angekommen bei mir- konnte annehmen, was in und um mich ist. Ich war erfüllt von Freude- auch wenn ich ein wenig erschöpft war. Und mir wurde klar, dass Fühlen Leichtigkeit und Befreiung bringt und dass es erlaubt ist und ok, sich zu zeigen. Als besonders interessant erlebte ich, die verschiedenen Farben von “Stille” wahrzunehmen. Stille nach Konflikt, Stille im Berührtsein, Stille im Nichtwissen, wie es weiter gehen kann, Stille im Verbundensein und in Annahme. Stille in mir.

Ich danke Euch, Ina und Stefan, für die Begleitung bei diesem Seminar und bin sehr dankbar für die lebendigen Begegnungen. Es war ein besonderes Erlebnis für mich. Und ich möchte mich gern wieder daran zurück erinnern und dann ermutigen, wenn das Leben neue Herausforderungen schenkt.

Eine Musikempfehlung von mir: Ajeet Kaur “Light of my Soul“.

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Erfahrungsbericht “Kommunizieren in Gemeinschaft” in Bad Belzig

Sprechen und Hören im KreisLetztes Wochenende begleiteten Ina Welpmann und ich ein Community Building-Seminar im ZEGG, Bad Belzig. Tobias hat uns freundlicherweise seinen Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

 

Als – in der Gemeinschaftsbildung sehr erfahrene Person – ist das für mich ein Ort, an dem persönliche Heilung stattfinden kann. Stefan und Ina haben den Ort bereitet und Heilung fand für mich tatsächlich statt. Jedes Mal ist es ein neues Abenteuer, ein aufregende Reise, ein anstrengender Ritt durch ein unbekanntes, fremdes Land. Ganz besonders dankbar bin ich für das weitestgehende heraushalten der Begleiter und möglichen Dogmen aus dem Prozess, so dass sich alles frei entwickeln konnte. Nicht nur das keine eigenen Dogmen eingebracht wurden, sondern auch die Dogmen von mir als Teilnehmer, die ich auf meinem bisherigen Lernweg aufgebaut habe, sind mir klar geworden. Wir Teilnehmer sind uns alle auf Augenhöhe begegnet. Man kann nicht sagen: Der eine hat es schon sehr oft gemacht, nachdem richten sich alle: Nein. Die Begegnung findet immer wieder von Moment zu Moment statt und immer jeder teilt wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen mit in teilweise schwierigen Auseinandersetzungen. Die Erfahrung des normalen Lebens ist für mich, daß Menschen nicht zuhören, daß ein tiefer Austausch nicht wirklich stattfindet. Menschen bleiben in Ihren eigenen Vorstellungen und Vorurteilen und dann auch in den Verhaltensweisen der Vermeidung(Bekämpfen, Rückzug,…) einer tatsächlichen Verständigung fern. Die Gemeinschaftsbildung habe ich auch an diesem Wochenende wieder als einen Ort der Hoffnung erlebt, an dem Menschen aufgerufen sind, sich den unangenehmen und schmerzhaften Wahrheiten und Gefühlen zu stellen, diese Schwierigkeiten zu durchleben ohne sie direkt verändern zu wollen und einander dabei liebevoll zu begleiten; denn nichts kann gedeihen in einer Atmosphäre des Hasses und der Angst. Diesen Raum voll Liebe und Respekt haben Ina und Stefan mit dem wenigen, was für mich als Teilnehmer sichtbar war, gestaltet und die Gruppe hat sich auf Ihrem Weg in Respekt und Achtsamkeit entwickelt. Besonders im Vergleich zu anderen Kursen der Gemeinschaftsbildung war für mich die pure, auf das Wesentliche reduzierte Art der Begleitung: Kein Schnickschnack, nur das Notwendige. Der Anfang fängt mit einer Vorstellung der Begleiter an, dann werden die Empfehlungen vorgelesen und ausgelegt und ohne weitere Erklärungen fängt der Prozess an. Ein Verständnis der Empfehlungen zu entwickeln ist Aufgabe der Teilnehmer im Prozess. Ebenso wird das Ende schlicht mit “Die Zeit ist jetzt vorbei, der Workshop ist jetzt zu Ende abgeschlossen. Konkret: Liebevoller Raum: Die Empfehlungen von Scott Peck wurden leicht angepasst um den wertschätzenden Umgang zu unterstützen. Dogmenfreiheit: Die Empfehlungen wurden nicht erklärt. Es wurde den Teilnehmern überlassen herauszufinden, wie sie anzuwenden sind. Respekt: Es wurde eine persönliche Bitte von der Begleitung formuliert, bei der leichte Bedenken geäußert wurden. Es wurde noch nicht einmal nachgehakt, um die Bitte vielleicht doch erfüllt zu bekommen, sondern es wurde sofort und komplett akzeptiert. Achtsamkeit: Natürlich wurde auch bzgl. des Verteilens von Kontaktinformationen nach der Veranstaltung darauf geachtet, die Wünsche der Teilnehmer zu erfragen und daß die privaten Daten jeder Person privat bleiben. Unterstützung: Bei auftretenden störenden Geräuschkulissen wurden im Hintergrund Lösungen erarbeitet und umgesetzt.

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Fünf Jahre Beriah Gemeinschaftsbildung

Stefan Groß-Leisner und Johanna GroßBeriah Gemeinschaftsbildung ist 2020 fünf geworden. Das freut uns sehr! Community Building ist für uns fester Bestandteil unseres Leben geblieben. Wir begleiten vor allem intentionale Gemeinschaften. Dazu kommen ein bis zwei offene Seminare im Jahr, die Stefan mit Ina Welpmann im ZEGG bei Bad Belzig oder in Sieben Linden begleitet.

Was ist neu?

Ich, Stefan, habe mich für einen beruflichen Schwerpunkt in der Jugendhilfe der Johannesstift Diakonie entschieden. Dort bin ich Projektmanager und entwickle/ koordiniere Module, die Grundschüler_innen aus “Brennpunktschulen” mit außerschulischen Bildungserlebnissen unterstützen. Johanna hat dieses Jahr mit einer Osteopathie-Ausbildung begonnen. Aufregend!

Auch und noch viel aufregender war unsere Heirat im Oktober diesen Jahres. Zwischen den Corona – Lockdowns nutzten wir die Zeit und entschieden uns vor unserer Familie, Freund*innen, Genoss*innen für einander. Noch einmal neu entschieden, nicht einfach aber richtig gut. Das Neu-Entscheiden für die Verbindung zu meiner Liebsten erscheint mir wie das immer wieder neu beginnende Ringen um die stets flüchtige Gemeinschaft. Es bleibt dabei: wenn ich Liebe und Verbindung suche, dann muss ich mich immer wieder neu dafür entscheiden.

Angekommen in Gemeinschaft

Wir leben jetzt gemeinsam in Götz, zusammen mit unseren vier Kindern, unseren Kommunard*innen und innerhalb der neu gegründeten Genossenschaft “Gemeinschaftlich Wohnen in Götz eG”. Vier intensive (Arbeits-)Jahre liegen zurück. Wir haben Menschen gefunden, eine Vision, ein Konzept, eine Finanzierung. Wir haben gekauft, gebaut und sind jetzt alle am Platz. Das ist ein großer Gewinn für unser Leben. Langsam strecken wir unsere Fühler auch  in das Dorf und die Umgebung aus.

Community Building nutzen wir alle zwei Wochen für drei Stunden in einem Teil unserer Genossenschaft, als Kommunard*innen und zu zweit. Weiter geht’s! Auf die nächsten fünf Jahre!

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Erfahrungsbericht “CB-WE-Seminar” aus Potsdam

Community Building Empfehlungen im KreisIm Herbst 2020 nahm Thomas aus Potsdam an unserem Community Building Wochenendseminar im ZEGG teil. Hier schreibt er rückblickend zu seinem Erleben. Vielen Dank Thomas, dass wir deinen Beitrag hier veröffentlichen dürfen!

Das eindrücklichste und stimmigste Erlebnis beim Wir-Raum Potsdam war für mich der CB-Taster. Wir probierten für einen Abend Community Building nach Scott Peck aus, so wie wir schon Forum und Circling ausprobiert hatten. Im Gegensatz zu letzteren Methoden, die bei mir eher ambivalente Gefühle und Assoziationen auslösten, fühlte ich mich vom CB gleich angesprochen und eingeladen. Ich fühlte mich auf wohltuend energetisierende Art und Weise innerlich bewegt und spürte auch deutlich, wie sich in der Gruppe etwas bewegte und die einzelnen Menschen ganz unterschiedlich damit umgingen. Endlich wurde es wesentlicher und ging mehr in die Tiefe. Endlich spürte ich etwas wie eine Verbundenheit mit und in der Gruppe, wie ein Gemeinschaftsgefühl.

Im Sommer las ich „Gemeinschaftsbildung“ und danach „Eine neue Ethik“ und fand gleich den ersten Satz super: „Die Rettung der Welt liegt in Gemeinschaft und um sie herum.“ Das sprach mir aus dem Herzen und erinnerte mich an die Maazsche Beziehungskultur. Auch schon der Abend im Wir-Raum hatte Erinnerungen an Halle geweckt. Nur schien Scott Pecks Setting noch einfacher und unkomplizierter zu sein und seine Sichtweise umfassender und einschließlicher. Das wollte ich unbedingt ausprobieren. Die Ankündigung des Workshops hatte ich gleich nach dem Urlaub gefunden, den Termin aber danach erst einmal wieder verdrängt. Das Angebot eines CB-Workshops in Sieben Linden erinnerte mich wieder an mein Vorhaben, aber ich musste mich echt überwinden, um mich anzumelden – und war mir auch danach absolut nicht sicher, ob ich nach Belzig fahren oder doch lieber wieder absagen würde. Selbst als ich in Belzig an der Bushaltestelle drei andere Teilnehmer*innen sich über den Workshop unterhalten hörte, fühlte ich mich noch nicht ganz wohl bei dem Gedanken an die zwei Tage und zwei Nächte in Gemeinschaft und verspürte durchaus noch Rückzugsimpulse. Erst die Ausstrahlung der Frau an der Rezeption versöhnte mich mit meinem Vorhaben. Und der so wohltuend entspannte Umgang mit Corona im ZEGG und die so lange entbehrte körperliche Nähe am Esstisch nach sieben Monaten Corona-Abstinenz waren einfach schön – wie Nach-Hause-Kommen.

Freitagabend – Pseudo-Gemeinschaft: Ich sitze mit neun Frauen und zwei Männern im Kreis, um den Gemeinschaftsbildungsprozess zu erleben. Ich fühle mich wohl. Dass so viele sympathische Frauen in der Gruppe sind und zudem auch jüngere, ist besonders schön – ich traue mich aber (noch) nicht, das deutlich auszusprechen, sage es aber immerhin durch die Blume. Die meisten Teilnehmer*innen sind Wessis. Nur Andrea, Sabine, Christel (und Ina) kommen aus dem Osten: aus Dresden, Stralsund, Lehnin, Leipzig. „Warum kommt ihr von so weit weg“, frage ich gleich auf dem Zimmer und später auch in der Gruppe. „So etwas gibt es nur im Osten – hier sind die Menschen irgendwie anders“, ist immer wieder die Antwort. Schau’n wir mal, wie Gruppenbildung mit drei Vierteln Wessis und drei Vierteln zweite Lebenshälfte funktioniert. – „Sprich, wenn du bewegt bist.“ Ich hatte heute Urlaub genommen, um mich einzustimmen, und fühlte mich den ganzen Tag über innerlich aufgewühlt und ruhelos. Bei der Anreise war ich dann so vom Äußeren okkupiert, daß ich meine Gefühle vergaß. Erst jetzt spüre ich meine Bewegtheit allmählich wieder – und meine Bewegtheit nimmt zu (wie damals beim Taster im Wir-Raum). Ich spüre mich, nehme die Gruppe wahr, registriere die ersten Vermeidungsversuche. Und ich bleibe trotz der vielen fremden Menschen bei mir und fühle mich an diesem Ort und in dieser Gruppe ausgesprochen wohl.

Samstagvormittag – Chaos: Gleich von mehreren Seiten: „Man versteht dich nicht. Du redest so unklar, so nebulös. Drück dich klarer aus.“ Und: „Du redest zu viel. Lass andere auch zu Wort kommen.“ Stimmt. Ablenkungsmanöver. Vermeidungsstrategie. Ich tue so, als wagte ich mich mutig aus der Deckung, gehe aber kein übermäßiges Risiko ein, wage nicht wirklich, mich zu zeigen. Leistungsdruck: Die Zeit rennt, bald Halbzeit – und es scheint nicht wirklich voranzugehen mit unserem CB-Prozess.

Mittags Krise: Vielleicht habe ich mich ja doch übernommen mit diesem Workshop? Die anderen wirken so gemeinschaftserfahren und sozial, sitzen vor der Dorfkneipe in der Sonne und trinken miteinander Kaffee, während ich wie ein einsamer Wolf durchs Gelände streune.

Samstagnachmittag – Leere: Ich halte mich zurück, bin emotional abwesend – viele andere auch: Schweigen. Wer sich vorwagt auf diesem Feld ohne Regeln, kann auch Fehler machen. Mache ich Fehler – oder bin ich einfach nur daneben? Ein verlegenes Lied. Eine etwas gewollte Massagekette. Ich mache nicht mit (zwei andere auch nicht) – falsch? Ziehe mich raus wie auch sonst oft. Ist mir alles keine wirkliche Gemeinschaft – oberflächlich, unbefriedigend. Bringe mich allerdings auch nicht ein, riskiere nichts, sitze im Abseits auf dem hohen Ross, einsam, mitunter vielleicht arrogant erscheinend. – Ich entspanne mich langsam: Das Gras wächst – ich kann es nicht beschleunigen. Der Fluss fließt – nichts blockieren. Wachsen lassen, fließen lassen, reifen lassen. Emotional anwesend sein. Samstagabend – Gezerre: Ich bin wieder in der Gruppe anwesend, fühle mich bewegt, spreche von mir und meiner momentanen Erfahrung. Einige andere auch. Herzensöffnung ist das Thema und mein Bedürfnis, wird aber immer wieder abgewürgt: mit kopfigen Statements, mit ollen Kamellen, mit vorgeschobenen Erörterungen zu Gemeinschaftsgröße und Gemeinschaftsstrukturen. Schmerzhaftes und kräftezehrendes Blockieren, vergeudete Chance – schade. Es tut mir echt weh, wie immer wieder blockiert wird, wie ich immer wieder hinter meine Deckung gejagt werde/flüchte und mich kaum traue, wieder hervorzukommen, mich wieder zu öffnen. Frustrierender Stillstand. Keine Mehrheit für Herzensöffnung. Ich bin enttäuscht und traurig. Die Energie bis morgen früh halten.

Sonntagvormittag – authentische Gemeinschaft: Balsam von Ina: „Wir haben noch den ganzen Sonntagvormittag“. Der Damm bricht: Der Schmerz über gestern Abend öffnet dem Schmerz über Einsamkeit und ungelebtes Leben das Tor. Tränen fließen: Tränen des Schmerzes („Ich fühle mich einsam.“) und Tränen der Sehnsucht nach Leben („Ich bin so ungeübt.“) „Jetzt sprichst du ganz klar und verständlich“, sagen Anita und Arna. Auch andere sprechen klar und offen und bewegt: Birgitt, Annika, Yves, Claudia, Anja, Christiane. Und manche blockieren noch. Ich empfinde Frauen als authentischer als Männer – Annika geht es umgekehrt. Partielle Herzensöffnung. Wir wollen uns öffnen, wir wollen unsere Gefühle befreien – und suchen uns paarweise Unterstützung, um das, was wir in unseren gemeinsamen Stunden an Verbundenheit und Offenheit erreicht haben, für die Entladung der auf diesem Weg aktivierten Emotionen zu nutzen und für Erfahrungen, die im Alltag nicht so leicht möglich sind: „Darf ich dir näher kommen und dir in die Augen schauen?“ „Ja.“ Ich habe so lange keinem Menschen mehr nah und tief und lange in die Augen geschaut. Und Corona hat mir so viele warme, weiche, herzliche Umarmungen geraubt. – Ist das legitim? Auf Kosten der Gemeinschaftsbildung? Eine perfekte authentische Gemeinschaft werden wir wahrscheinlich heute nicht – zu geringe Gruppenwärme. Wir haben zu wenig Wärme in die Gruppe gegeben. Aber auch wenn ein wenig Pseudo bleiben wird, haben wir doch ein wunderschönes Stück Gemeinschaft geschaffen. Und das will ich zum Abschluss genießen, so gut ich kann. Ja, es gibt noch lose Enden, aber die Verbundenheit überwiegt deutlich. Und ich habe viel zu lange auf solche Verbundenheit verzichtet. „Wollen wir uns (trotz Corona) an den Händen fassen, um unsere Verbundenheit auch körperlich zu spüren?“ (Und um die verbleibenden losen Enden wenigstens körperlich zu verknüpfen?) „Ja.“ Wir lassen unsere Herzenergien als goldene Kugeln im Kreis wandern und spüren, wie sie sich und uns zu einem goldenen Ring verbinden – und wie sich goldene Sphären nach oben und nach unten wölben und eine große goldene Gruppenkugel formen. Und wir singen „Jani Joni Jachuene“. Und dann kommt der Abschied. Und der Abschiedsschmerz. So intensiv. Lange Umarmungen. Letzte Augenkontakte. Und Herzensworte als Abschiedsgeschenke: „Trau dich, Thomas!“ – Ich bin erfüllt von Freude und von Schmerz.

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CircleWayFilm und Erfahrungsbericht von Heiko Schleinitz

In Cottbus habe ich Heiko Schleinitz bei einem CB Seminar kennen gelernt. Dort hat er mir von seinem spannenden Vorhaben erzählt, einen zweisprachigen crowdfunding-basierten Film über Kreiskultur zu drehen. Und soweit ich es sehen kann, haben sie bereits einen weiten Weg zurück gelegt bei diesem Vorhaben! Herzlichen Glückwunsch! Mehr Informationen dazu: http://circlewayfilm.com/de/home/

Abschließend möchte ich auf den Community Building Erfahrungsbericht von ihm verweisen:

http://circlewayfilm.com/de/weworld-entdeckt-community-building/

 

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Erfahrungsbericht des Leitungsteams der HU-MA Pflege GmbH

Im September 2017 begleiteten Brigitte Höper und ich das Leitungsteam der HU-MA Pflege GmbH mit einem Community Building Seminar über drei Tage.

Ich freue mich, ihren Erfahrungsbericht hier zitieren zu dürfen:

Als Team, das gut strukturiert und kommunikativ miteinander arbeitet, machten wir uns auf die Reise. Unser Wunsch bestand darin, zukünftig noch besser miteinander kommunizieren, unsere Potentiale zu sehen, zu entfalten und uns als Gemeinschaft zu stärken.
Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass wir noch keine authentische Gemeinschaft waren. Unter „Community Building“ konnte sich auch niemand wirklich etwas vorstellen. Zwischen neugieriger Spannung und Vorbehalten wagten wir uns in ein unbekanntes Abenteuer.
Und dann saßen wir da mit einem Regelwerk an Empfehlungen, die unseren persönlichen Prozess umrahmten. Wir warteten auf den Startschuss, um eine uns erteilte Aufgabe zu erfüllen, so wie wir es gewohnt waren. Aber wir waren bereits mittendrin – mittendrin im Prozess, der sich auf das Hier und Jetzt konzentriert. Der tiefe Gefühle und Gedanken freisetzt, Raum schafft für intensives Zuwenden. „Er hat in mir selbst etwas ausgelöst. Jeder Einzelne ist auch nochmal in sich gegangen, hat sich selbst entwickeln können.“ (R.)
Hierarchische Grenzen und emotionale Blockaden verschwanden, wie es in keiner Kaffeepause möglich ist. „Das hat für mich wirklich funktioniert: eine Gemeinschaft zu bilden. Indem wir auch viel von uns preisgaben und man dadurch den Anderen besser kennengelernt hat, mit seinen Schwächen, Ängsten und Gefühlen.“ (J.)
Achtsam und tiefblickend lernten wir uns neu kennen. „Man sieht sich bei der Arbeit und kennt zwar ein paar Eckdaten aus dem Privatleben, aber nichts aus dem tiefsten Inneren. Ich finde das bringt einen wirklich näher.“ (J.) Wie wir miteinander umgehen und kommunizieren, unsere eigenen Belange oder Ängste vortragen, was uns selbst und die anderen im Arbeitsalltag stark macht, nehmen wir als Erkenntnis mit. „Ich habe das Gefühl, dass wir alle ein unsichtbares Band in der Hand haben, das wir alle festhalten, dass wir weiterarbeiten müssen, damit keiner das Band loslässt und wir niemanden aus der Gruppe verlieren (…) – und darauf freue ich mich.“ (D.)
Ein buntes Band halten wir da, weil jeder Einzelne in der Gruppe besonders ist und wir mit diesen Besonderheiten, wenn sie Platz haben viel gemeinsam erreichen können. „Ich weiß für mich, dass es eine Methode ist mit der man etwas erreichen kann. (…) den Weg damit weiter zu gehen, ist für mich gut.“ (K.) „Dieser Prozess und wir sind erst am Anfang. Es geht noch weiter.“ (R.)
Wir sind auf dem Weg eine authentische Gemeinschaft zu werden – ein gutes, warmes Gefühl.

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Einladung: Gemeinschaftsbildungs-Wochenende vom 4-6 Mai 2018: Wie entsteht Gemeinschaft?

In einer „Group of all leaders“ lernen wir verbindende, Gemeinschaft stiftende Kommunikation als innere Haltung.

Wie bleiben wir in Gruppen, Arbeitsteams oder als Paar im Kontakt, wenn es schwierig wird?

Der Prozess lügt nicht – er zeigt das, was ist, und nicht, was sein sollte. Mit der Bereitschaft zu aufrichtiger Kommunikation erleben wir wahrhaftigen, nährenden Kontakt. Unsere Beziehungen werden tiefer und gesünder. Konkurrenz und Eifersucht können in einem Raum von Verbundenheit aufgelöst werden.

Wir beginnen mit einer kurzen Einführung in die 4 Phasen der Gemeinschaftsbildung.

Pseudo-Gemeinschaft: „Wir sind doch alle gleich und haben gleiche Ziele.“

Chaos: Unterschiede, Erwartungen werden nicht mehr geleugnet, sondern ausgesprochen.

Leere: Ich nehme meine Maske ab, zeige mich in meiner Verletzlichkeit mit all meinen Ängsten und Schatten – wer ich wirklich bin.

Authentische Gemeinschaft: Celebrate the difference! Wir spüren Verbundenheit in all unserer Unterschiedlichkeit.

Mit den Kommunikationsempfehlungen, dem Herzstück der Gemeinschaftsbildung steigen wir direkt in den Prozess ein. Sie unterstützen uns, ehrlich und offen zu kommunizieren und präsent zu bleiben, auch wenn es schwierig wird. Nicht ganz nebenbei bringen sie oft eine wohltuende Entschleunigung in den Prozess.

Die Prozessbegleiter_innen unterstützen die Gruppe durch ihre Präsenz und geben Feedback. Wir legen Wert darauf, dass die Gruppe aus sich selbst heraus die Erfahrung von Gemeinschaft macht. Es geht explizit nicht darum, die Gruppe dorthin zu bringen durch Anleitung oder Impulse von außen.

Leitung: Ina Welpmann und Stefan Leisner

Datum: 4 – 6. Mai 2018

Preis: € 230 / 170 KG (Selbsteinschätzung) + € 103 U&V/KT

Anmeldung: ina.welpmann@web.de

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Einladung: Gemeinschaft erfahren mit Community Building

Ein offener Community Building Prozess für Interessierte
veranstaltet vom Netzwerk Community Building am 20. bis 22. Januar 2017 in Berlin
(Beg-)Leitung: Susanne Gierens und Stefan Leisner (Netzwerk Community Building)

Um in unsere größten Möglichkeiten zu gelangen – einzeln und als Gruppe – braucht es einen Raum, der uns Freiheit und Verbindlichkeit in gleicher Weise gewährt und uns dabei unterstützt, alte Muster und Narrative aufzugeben, damit „das Neue“ in die Welt kommen kann. In diesem Raum können wir uns kraftvoll miteinander zu etwas verbinden, das über uns als Einzelne hinausgeht, ohne dass wir uns selbst darin verlieren.

Wir gestalten diesen Raum mit Hilfe des Community Building ( Gemeinschaftsbildungs-) Prozesses: vor ca. 30 Jahren von Morgan Scott Peck, einem amerikanischen Psychiater, Therapeuten und Schriftsteller entwickelt und beschrieben, haben wir seine Methode, besser: seinen „Werkzeugkoffer“, weiterentwickelt im Hinblick auf die Erfordernisse und Bedingungen des 21. Jahrhunderts.
In seinem Buch „The different drum“ (die deutsche Ausgabe heißt „Gemeinschaftsbildung“) hat Scott Peck genau dieses Phänomen des „anderen Klangs“ beschrieben, das er in seiner Arbeit mit Gruppen gemacht hat: in einem sehr einfachen, aber bestimmten Setting als Gruppe durch einen Prozess gehen – mit verschiedenen Phasen, vielleicht ein wenig vergleichbar einem Geburtsprozess – um dann den Geist wirklicher Gemeinschaft zu erfahren.

Und was geschieht genau „im Prozess“?

NCBDiese Frage wird oft gestellt und ist nicht leicht zu beantworten, denn es gibt wenig “Handfestes” wie Methoden, Arbeitsformen, Regeln etc. Lasst es uns so beschreiben:
Die Teilnehmer*innen sitzen im Kreis zusammen. Es gibt keine Vorgaben bis auf einige (Kommunikations-)Empfehlungen, die dabei unterstützen mehr zu sich selbst zu finden, zu schauen, was kommt, was ausgedrückt werden will. In diesem Sein steckt all unsere Präsenz, unsere Energie, unsere Kraft, auch da, wo Stille ist und scheinbar nichts passiert. Wir (Beg-)Leiter*innen beobachten, was in der Gruppe vor sich geht, geben evtl. einen Impuls, ein Feedback, aber geben nichts vor, bestimmen nicht, wohin es gehen soll. Unsere Aufgabe ist es, den Raum zu halten und das Geschehen zu bezeugen.
Es geht um das eigene innere Erleben wie um das gemeinsame Erleben in der Gruppe, dieses miteinander zu teilen, unmittelbar, ehrlich und nicht theoretisierend.
Mit der Bereitschaft zu aufrichtiger Kommunikation und verbindlichen Beziehungen können wir die Erfahrung von wirklicher Gemeinschaft und wahrhaftigem Kontakt erleben, um darin individuell und als Kollektiv zu wachsen und die Intelligenz zwischen uns/in der Gruppe voll zu entfalten – also hilfreich für Gemeinschaften, Gruppen, Paare, für alle, die mehr als nur oberflächliche Begegnungen miteinander suchen. Gemeinschaftsbildung und Persönlichkeitsentwicklung gehören zusammen. Das eine braucht und fördert das andere.
So ist der Gemeinschaftsbildungsprozess viel mehr als eine Methode der gruppendynamischen Arbeit. Er ist ein Weg, eine Haltung, die einzunehmen sich positiv und klärend auf das Zusammenleben und/oder –arbeiten auswirkt. Der Prozess lügt nicht, er zeigt was ist, und nicht, was sein sollte oder sein könnte. Das ist manchmal unangenehm und macht keinen Spaß und führt doch sicher zur Entdeckung der eigenen Quelle.
Was aber tatsächlich im Prozess geschieht, ist nur selbst zu erleben, immer wieder und immer anders. Dieser Prozess hört niemals auf und ist jedes Mal eine Reise ins Unbekannte.

Zeiten:

Freitag, 20. Januar, 18.00 – 21.30
Samstag, 21. Januar, 10.00 – 13.00, 15.00 – 18.00, 19.00 – 21.30
Sonntag, 22. Januar, 10.00 – 13.00

Eingeladen sind:

Menschen, die bereit sind sich einzulassen auf Prozesshaftigkeit und Lust haben, das Unbekannte einzuladen. Vorerfahrungen mit dem Community Building Prozess sind nicht notwendig.

Ort:

Berlin, der genaue Ort wird noch bekannt gegeben

Teilnahmebeitrag:

120 – 200 € (nach Selbsteinschätzung)

Zu uns: 

Susanne Gierens – Ausbildung 2008 zum „Facilitator im Community Building Process“ nach Scott Peck bei L. Kanters & A. Bertens, NL und seither (Beg-)Leitung zahlreicher Gruppen in CB Prozess, Supervision von Gemeinschaften sowie Leitung offener CB Seminare. Lebt seit 2006 in einer Intentionalen Lebensgemeinschaft (www.ltgj.de)
Stefan Leisner – lebt und arbeitet in Potsdam. Bildner im Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbereich mit Schwerpunkt Kreiskultur, Philosoph (M.A.). Begleitung von CB-Prozessen seit 2014 (www.beriah-gemeinschaftsbildung.de)

Info/Kontakt/Bankverbindung

Organisatorisches: Gesa Gordon, gesa.gordon@t-online.de
Inhaltliches: Susanne Gierens, susanne@netzwerk-cb.eu oder Stefan Leisner, stefan.leisner@beriah-gemeinschaftsbildung.de

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Nach der Anmeldung versenden wir eine Rechnung. Mit dem Begleichen der Rechnung ist der Teilnahmeplatz verbindlich reserviert. Die Anmeldung ist bis 14 Tage vor dem Termin kostenfrei stornierbar. Danach ist die Rückerstattung der Teilnahmegebühr nicht mehr möglich, ein*e Ersatzteilnehmer*in ist willkommen.

Bankverbindung: Offene Werkstatt Jahnishausen e. V.
IBAN: DE 9343 0609 6711 3898 7500
BIC: GENODEM1GLS
Verwendung: CB Berlin

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Impuls: Flüchtige Gemeinschaft

20151017_125913Meiner Meinung nach ist Gemeinschaft ein umkämpfter Begriff und wird an Tausend Stellen genutzt, beschworen, instrumentalisiert und missbraucht. Er schillert und ich kann es gut nachvollziehen. Denn auch ich habe in dieser flüchtigen hochkomplexen Moderne ein starkes Bedürfnis nach Aufgehoben sein, nach Begrenztheit und Wärme. In dem Moment, wo aus einer (Langzeit-)Gruppe sprachlich eine Gemeinschaft wird, droht sich jedoch ein Bild zu verfestigen: das Bild einer ständigen Gemeinschaft. Das ist meiner Meinung nach nicht einzuholen und zum Scheitern verurteilt. Wie mir scheint, ist Gemeinschaft flüchtig – nur in bestimmten Situationen für den Einzelnen und die Gruppe fühlbar. In Arbeitseinsätzen, auf Parties und beim gemeinsamen Essen, in Notsituationen oder in einem Raum der emotionalen Tiefe. Und danach – schwindet die Verbindung, das tiefe Verbundensein wieder. Und wenn dann der Einzelne und die Gruppe nicht die Gruppenseele pflegt/pflegen, also soziale Räume öffnet, dann vergeht sie.

Ich habe gute Erfahrung mit jenen Räumen gemacht, die (durch Formen von Kreiskultur) strukturiert waren. Community Building, Council, Radikale Therapie aber auch DragonDreaming und Restorative Circles. Für unterschiedliche Zwecke gibt es schon einen Riesen Haufen von emanzipatorischen Werkzeugen, die mir und meinen Gruppen halfen, Vertrauen zu gewinnen und nächste Schritte allein und gemeinsam zu gehen.

Herzliche Grüße und eine lebendige Zeit!
Stefan Leisner

PS:  Für die philosophisch Interessierten meine derzeitigen Lieblingsbücher zum Thema Gemeinschaft.

  • Einführend: Rosa, Hartmut / Gertenbach, Lars  / Laux, Henning u.a.: Theorien der Gemeinschaft zur Einführung. Hamburg 2010.
  • Klassisch und hochaktuell: Plessner, Helmuth: Grenzen der Gemeinschaft. Frankfurt am Main 2002.
  • Impuls aus ital.-frz. Diskurs mit religiös-messianischem Gehalt: Agamben, Giorgio: Die kommende Gemeinschaft. Berlin 2003
  • Verständlich: Bauman, Zygmunt: Gemeinschaften. Auf der Suche nach Sicherheit in einer bedrohlichen Welt. Frankfurt am Main 2009
  • Übersicht bringend: Bauman, Zygmunt: Flüchtige Moderne. Frankfurt am Main 2003